Der effektivste Weg zum Glück?

Dem Dalai Lama zufolge sollten wir zwischen den Handlungen, die wir moralisch oder ethisch, und jenen, die wir geistig oder spirituell nennen, einen wichtigen Unterschied erkennen:

Eine moralische / ethische Tat ist eine, bei der wir davon Abstand nehmen, das Glückserleben oder die Glückserwartung anderer zu beeinträchtigen.

Geistige Aktivitäten hingegen können wir, so der Dalai Lama, mit der Begrifflichkeit jener Qualitäten beschreiben, die alle ein bestimmtes Maß an Interesse am Wohl anderer voraussetzen, wie zum Beispiel: Liebe, Mitgefühl, Geduld, Vergebung, Demut, Toleranz etc…

Solche „geistigen Handlungen“, deren Beweggrund nicht in kleinlichem Egoismus, sondern in der Anteilnahme an anderen besteht, kommen schließlich uns selbst zugute. Und nicht nur das: darüber hinaus geben sie unserem Leben Sinn! 🙂

Der Dalai Lama stellt dazu die folgenden zwei Fragen: Hält dieses Gedankenmodell einer Untersuchung stand? Ist ein Verhalten, das von dem Wunsch bestimmt wird, anderen zu helfen, der effektivste Weg zum Glück?

Er [der Dalai Lama, Anm. d. Verf.] bittet uns dazu folgendes zu bedenken: Wir Menschen sind soziale Wesen. Wir kommen in diese Welt, weil andere Menschen gehandelt haben. Auch um zu überleben, sind wir auf andere angewiesen. Ob es uns gefällt oder nicht, es gibt kaum einen Augenblick im Leben, in dem wir nicht von den Handlungen anderer profitieren. Daher ist es eigentlich nicht verwunderlich, dass ein Großteil unseres Glücks im Rahmen der Beziehungen zu anderen entsteht. Es ist auch nicht so sehr bemerkenswert, dass wir die intensivste Freude empfinden, wenn dem Motiv für unsere Taten die Sorge um andere zugrunde liegt. Doch das ist ja nicht alles. Denn wir stellen fest, dass altruistisches Verhalten nicht nur Glück schafft, sondern auch unser Leid verringert.

Damit meint der Dalai Lama nicht, dass ein Mensch, dessen Handlungen darauf abzielen, andere glücklich zu machen, weiniger Härten im Leben erdulden muss als jemand, der das nicht tut. Krankheit, Alter und andere Beschwernisse ereilen uns alle, so der Dalai Lama. Doch jene Leiden, die unseren inneren Frieden untergraben, wie Ängste, Zweifel, Enttäuschungen, treten eindeutig weniger auf. Wenn wir uns um andere bemühen, sorgen wir uns weniger um uns selbst. Und wenn wir uns weniger um uns selbst sorgen, dann ist die Empfindung unserer eigenen Leiden weniger intensiv.peace frieden Buddhismus

Was sagt uns das?

Erstens: Weil jede unserer Handlungen eine universelle Komponente und damit möglicherweise Einfluss auf das Glück anderer hat, ist die Ethik ein notwendiges Element, das sicherstellt, dass andere nicht durch uns verletzt werden.

Zweitens: Es lehrt uns, dass echtes Glück in jenen geistig-seelischen Eigenschaften wie Liebe, Hingabe, Mitgefühl, Geduld, Toleranz, Vergebung, usw. besteht. Denn diese sind es, die das Glück herbeiführen – unseres und das der anderen! 😉

Dieser Text, diese Gedanken und Ideen zum Thema Glück sind dem Buch „Das Buch der Menschlichkeit – eine neue Ethik für unsere Zeit“ [Kap. 4: Das Ziel wird neu bestimmt, S. 73 ff., erschienen 2000 im Bastei Lübbe Verlag, ISBN: 3-404-60514-4] entnommen.

Zum Verfasser dieses Posts: Richard Palfalvi lebt in Wien und ist erfolgreich als selbständiger Shiatsu-Praktiker in eigener Praxis in 1090 Wien tätig.

 

 

Advertisements

Ein Kommentar zu „Der effektivste Weg zum Glück?

Gib deinen ab

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: