Kaffeemeditation

Sicher haben Sie sich schon gefragt, welcher der Vier Starbucks-Schritte der wichtigste ist. Unserer Meinung nach ist das der Vierte, genannt die „Kaffeemeditation“, und deswegen behandeln wir diesen hier nochmals ausführlich in einem eigenen Artikel.

Bitte verstehen Sie, dass der häufigste Grund, warum die Samen mancher Menschen nicht schnell und stark wachsen, das fehlende Verständnis von Schritt #4 ist. Es ist, als ob ein Bauer sein Korn sehr gut gepflanzt hat, aber nie erkennt, dass er die Samen auch bewässern muss.

Ein Same mag gut sein, aber ohne Wasser wird er einfach nur ein guter Same bleiben, und – möglicherweise sogar sehr lange – nicht aufgehen. In den ägyptischen Pyramiden und im arktischen Dauerfrost wurden Samen entdeckt, die immer noch lebensfähig sind aber jahrhundertelang nicht aufgingen. Sie haben einfach nie das Wasser bekommen, das sie dafür gebraucht hätten.

Es gibt eine wunderbare Geschichte zu diesem vierten Schritt, der Kaffee-Meditation, und im Verlauf eines DCI-Vortrages oder Seminars (oder auch anderswo, vielleicht durch einen Freund/eine Freundin, die sich mit den 4×4-Tools bereits beschäftigt) werden Sie sie wahrscheinlich hören. Kurz zusammengefasst machen Sie diesen Schritt z. B. am Freitag Abend, wenn Sie von der Arbeit heimkommen an dem Tag, an dem Sie mit Ihrem Freund zum ersten Mal Kaffee trinken gegangen sind, um ihm bei der Entdeckung seines geheimen Talents (oder seiner Leidenschaft oder seiner Bestimmung) zu helfen. Sie kommen nach Hause, machen Abendessen, waschen ab oder Ähnliches. Sie können auch ein bisschen Fernsehen oder im Web surfen, in Maßen und wenn es Sie entspannt, dann ist das ok. Dann nehmen Sie ein Bad oder duschen und ziehen Ihren Pyjama an. Legen Sie sich auf das Bett, den Kopf aufgestützt auf dem Kissen oder Ihrer Hand und schauen Sie einfach kontemplativ zur Decke.

Wenn Sie sich jetzt nicht sicher sind, was kontemplativ bedeutet, dann erinnern Sie sich an die Zeit, als Sie ein Teenager waren und in der Schule an Ihrem Pult von Ihrem Freund oder Ihrer Freundin geträumt haben. Sie haben an die Decke gestarrt, grinsend über beide Ohren und sich daran erinnert, wie Ihr Schatz nach der Schule ausgesehen hat, oder wie sie sich das erste Mal geküsst haben.

Wahrscheinlich hat Ihre Mutter Sie zum Essen gerufen und Sie haben sie überhaupt nicht gehört – ein sicheres Zeichen, dass Sie sich richtig tief in einem kontemplativen oder meditativen Zustand befunden haben. Während Sie da saßen und an die Decke starrten, Ihre Sinnesorgane vollständig vom Außen abgewandt, Ihr Fokus vollständig auf Ihre Freundin oder Ihren Freund, völlig versunken und für das Rufen Ihrer Mutter unerreichbar: das ist wahre Meditation! 🙂

An diesen Ort wollen wir auch in unserer Kaffee-Meditation gehen, kurz bevor wir einschlafen. Machen Sie es sich bequem und erinnern Sie sich an jedes schöne Detail der Interaktion mit Ihrem Freund. Denken Sie an Ideen, die Sie zusammen diskutiert haben, um ihm dabei zu helfen, ein wenig Klarheit in seinem Leben zu finden. Je mehr Details Ihnen einfallen, umso schneller und stärker wird Ihr Same wachsen.

Wenn Sie mit schönen Gedanken wie diesen einschlafen, dann schlafen Sie auch besser. Sie wachen erfrischt und glücklich auf. Was für eine großartige Art, den Tag zu beginnen. Sie werden feststellen, dass Sie schneller einschlafen und auch keine Schlaftabletten oder andere Einschlafhilfen benötigen.

Wenn Sie mitten in der Nacht aufwachen und anfangen, sich Sorgen zu machen, dann kämpfen Sie darum, den Geist wieder zu den Gedanken an all das Schöne, das Sie im Café gemacht haben oder an irgendetwas anderes Gute, dass Sie in den letzten paar Tagen vollbracht haben, zu führen. Wenn es Ihnen schwerfällt, Ihren schläfrigen Geist bei diesen Gedanken zu halten, können Sie weiter zurückgehen zu anderen guten Dingen, die Sie im letzten Monat, im letzten Jahr, ja sogar in Ihrem ganzen Leben getan haben. Samen haben kein Verfallsdatum! 😉

Dieses Ringen mit Ihrem Geist, der Versuch, ihn auf etwas Gutes, das in Ihrem Leben geschieht, gerichtet zu halten, ist das, worum es in der Meditation wirklich geht! Wie wir im Seminar DCI-Level-3 noch sehen werden, braucht es in der Meditation viel Schweiß und Arbeit, bevor Sie innere Glückseligkeit und Frieden erreichen können. Jedes Mal, wenn Sie nachts aufwachen und mit Ihrem Geist ringen, trainieren Sie Ihren Meditationsmuskel. Im Laufe der Zeit werden Sie ein Meditationsmeister werden, aber um dorthin zu kommen, müssen Sie als Einstieg diese Übung machen.

Wenn Sie sich nicht genau an die guten Dinge erinnern können, die Sie selbst getan haben, dann denken Sie an die guten Dinge, die Sie andere Menschen haben tun sehen. Auch das ist sehr gutes Wasser auf Ihre eigenen Samen. In den alten tibetischen Schriften heißt es, dass wir zu jedem beliebigen Zeitpunkt voll 10 Prozent des guten Karmas, das andere durch gute Taten erworben haben, bekommen können, nur indem wir uns über das freuen, was sie getan haben!

Uns ist klar, was Sie jetzt denken: Das klingt alles viel zu einfach, es muss einen schwierigeren Weg geben, um den ultimativen Sinn des Lebens und sein Talent zu entdecken. Aber wenn Sie einmal darüber nachdenken, dann ist es doch so, dass ein System, das wahr ist, wirklich wahr ist, einfach nutzbar sein muss! Und mit viel Freude und Spaß! Nur wenn wir nicht verstehen, wie wir etwas machen sollen, nur wenn wir das Falsche tun oder etwas, das von vornherein nicht richtig funktioniert, nur dann ist es schwer.

Ein System, das wahr, das wirklich wahr ist, ist leicht. Und es macht Spaß! 🙂

Gewöhnen Sie sich daran. Es ist OK!

Zum Verfasser dieses Posts: Richard Palfalvi lebt in Wien und ist erfolgreich als selbständiger Shiatsu-Praktiker in eigener Praxis in 1090 Wien tätig. Seit dem Sommer 2014 widmet er sich auch eingehend dem Studium der Karmischen Prinzipien, wie sie von Geshe Michael Roach und seinem Team im Rahmen seiner Retreats und des Karmic-Managements gelehrt werden.

Quelle für diesen Text:

  • Seminarunterlagen/-inhalt des DCI-Level-2-Retreats mit Geshe Michael Roach in Krems Oktober 2015
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